Ein Sommer Abend

Eine politische Talkrunde von Helin Evrim Sommer

Ein früher Sommer Abend im April

Am Mittwoch, dem 17. April 2019 fand mein dritter SOMMER-Abend statt. Das Thema, das ich und meine Gäste diskutiert haben, war dieses Mal „Gern verschwiegen, aber nicht vergessen: Die deutsche Kolonialgeschichte“

Als Podiumsgäste zu meinem dritten Sommer Abend hatte ich Nadja Ofuatey-Alazard, Israel Kaunatjike und Klaus Lederer in den Roten Salon der Volksbühne eingeladen. Nadja Ofuatey-Alazard ist als Journalistin und Künstlerin tätig. Auch ist sie Projektleiterin und Ko-Geschäftsführerin bei Each One Teach One (EOTO) e.V. Ebenfalls zu Gast auf dem Podium war Israel Kaunatjike, Herero-Aktivist aus Namibia, der als Vertreter des Bündnisses „Völkermord verjährt nicht!“ in Berlin tätig ist. Außerdem war Dr. Klaus Lederer, Bürgermeister und Kultursenator des Landes Berlin, bei der Diskussion dabei.

In unserem Gespräch auf der Bühne wurde zunächst festgestellt, dass es bisher zu wenig Bemühen der deutschen Politik zu einer öffentlichen Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte und der damit verbundenen Verbrechen gibt. Ebenfalls haben wir über die Rolle dieser Nachlässigkeit für den heutigen Rassismus und Antisemitismus in Deutschland gesprochen und darüber, was seitens der deutschen Bundesregierung zu einer ernstzunehmenden Versöhnungsarbeit mit den früher von Deutschland kolonialisierten Bevölkerungsgruppen geleistet werden müsste. In unserer Diskussion konnten wir festhalten, dass es nicht damit getan sein kann, die menschlichen Überreste und Kultur- und Kunstschätze, die nach Deutschland verschleppt wurden und zum Teil immer noch in Museen ausgestellt werden, zurückzugeben. Es ist eine offizielle Anerkennung der kolonialen Schuld und eine Entschuldigung seitens der deutschen Bundesregierung notwendig. Diese kann aber erst der Anfang einer Reihe von sinnvollen Beiträgen zur Wiedergutmachtung des von Deutschland zu verantwortenden kolonialen Unrechts an den afrikanischen Gesellschaften sein.

Ein Sommer Abend im Oktober

Am Montag dem 15. Oktober war es endlich so weit, mein zweiter SOMMER-Abend fand statt. Das Thema war dieses Mal „Rüstungsexporte kontra Entwicklungspolitik – Bauen wir mir der Entwicklungspolitik nur wieder auf, was zuvor mit deutschen Waffen zerstört wurde“?

Als Podiumsgäste hatte ich Michael Davies, Alimamy Sesay und Ralf Willinger eingeladen. Michael Davies lebt heute in Hannover und arbeitet dort als Pädagoge und Buchautor. Mit 16 Jahren wurde er in seinem Geburtsland Sierra Leone zum Kriegsdienst gezwungen. 2001 gelang ihm die Flucht nach Deutschland. Mein zweiter Podiumsgast, Alimamy Sesay, ist Pastor und engagiert sich seit Langem in der Betreuung von ehemaligen Kindersoldaten. Außerdem hatte ich noch Ralf Willinger, einen ausgewiesenen Fachmann für Kinderrechte bei terre des hommes als Diskutant auf der Bühne.

Alle drei sprachen sich in ihren Statements und der Diskussion dafür aus, dass es von entscheidender Bedeutung ist, den von Krieg traumatisierten Menschen eine Lebensperspektive zu eröffnen. Aus diesem Grund ist es notwendig, die regionale und kulturelle Kompetenz der Bevölkerung vor Ort viel stärker zu berücksichtigen, als das bisher geschieht. Daher muss die Ausbildung der direkt Betroffenen, z. B. für die Behandlung und Betreuung von traumatisierten Kriegsopfern, grundsätzlich Vorrang haben. Meine Frage nach den Auswirkungen deutscher Rüstungsexporte auf die Konfliktregionen richtete sich an Ralf Willinger. Er veranschaulichte durch zahlreiche Beispiele, welche fatalen Auswirkungen insbesondere der Export deutscher Klein- und Leichtwaffen auf viele Kriege in der Welt hat.

Bamba Kasongo, Vorstandsvorsitzende des Vereins Fondation Bolingo e. V., ergriff aus dem Publikum heraus das Wort, um in einem bewegenden Statement auf die besonders schwierige Situation der Frauen in Konfliktregionen wie dem Kongo aufmerksam zu machen. Einig waren sich Podium und Publikum auch darin, dass eine Reduzierung der Kriege, ohne nachhaltige und angemessene finanzielle Unterstützung in der Entwicklungszusammenarbeit, nicht erfolgreich sein kann. Die Erfüllung der von den Vereinten Nationen seit 1972 vorgegebenen ODA-Quote und der sofortige Stopp der deutschen Rüstungsexporte wären daher zwei wichtige Voraussetzungen, um die Welt ein Stück weit friedlicher und sicherer zu machen. Ich konnte an diesem Abend viele wichtige Anregungen aufnehmen, die ich zukünftig noch stärker in meine politische Arbeit einbringen werde.

Auftaktveranstaltung am 14. Juni 2018

Bei sommerlichen Temperaturen wurde heißt diskutiert beim ersten „Sommer Abend“ im Roten Salon der Volksbühne. Zur Auftaktveranstaltung der Diskussionsreihe sprachen der Islamwissenschaftler Prof. Dr. Udo Steinbach, die HDP-Politikerin Leyla Imret und der Tagesspiegel-Redakteur Hannes Heine über die Neuordnung des Nahen Ostens.

Ein breites Feld, dass viel Spielraum für spannende Gespräche bot. Angefangen bei der aktuellen Syrienkrise, über die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem bis hin zu den vorgezogenen Wahlen in der Türkei. In Kritik geriet die deutsche Regierung, die keine Vision für den Nahen Osten zu haben scheint und auch keine Strategie im Umgang mit Erdogan. Die Diskussionsteilnehmer teilten die Angst, dass die Wahlen in der Türkei weder demokratisch noch fair ablaufen werden. Einigkeit herrschte auch bei der Kurdenfrage. Wenn diese nicht gelöst wird, scheint es schwer mit dem Frieden im Nahen Osten.

Bundestagsbüro

Helin Evrim Sommer, MdB
Deutscher Bundestag
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Tel: 030-227-77518
helin-evrim.sommer@bundestag.de

Bürgerbüro Spandau

Reisstraße 21
13629 Berlin
Tel: 030-235-64177
helin-evrim.sommer.ma05@bundestag.de

Bundestagsbüro

Helin Evrim Sommer, MdB
Deutscher Bundestag
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Tel: 030-227-77518
helin-evrim.sommer@bundestag.de

Bürgerbüro Spandau

Reisstraße 21
13629 Berlin
Tel: 030-235-64177
helin-evrim.sommer.ma05@bundestag.de