Antrag: Frauen- und Mädchenrechte stärken – Gesundheit und Bildung für alle weltweit

Gemeinsamer Antrag mit Eva-Maria Schreiber, Sylvia Gabelmann, Heike Hänsel, Doris Achelwilm, Simone Barrientos, Michel Brandt, Christine Buchholz, Birke Bull-Bischoff, Sevim Dağdelen, Anke Domscheit-Berg, Dr. Diether Dehm, Brigitte Freihold, Nicole Gohlke, Matthias Höhn, Andrej Hunko, Stefan Liebich, Cornelia Möhring, Norbert Müller (Potsdam), Zaklin Nastic, Dr. Alexander S. Neu, Thomas Nord, Tobias Pflüger, Dr. Petra Sitte, Alexander Ulrich, Kathrin Vogler und der Fraktion DIE LINKE.

Auszüge:

“Die Rechte auf Gesundheit und Bildung müssen weltweit für alle Menschen verwirklicht werden. Gesundheit und Bildung sind zentrale Faktoren für die soziale, kulturelle, wirtschaftliche und demographische Entwicklung. Sie bedingen die Lebensqualität aller Menschen und sind der Schlüssel zur Überwindung der zunehmenden sozialen Ungleichheit weltweit. Deshalb müssen alle Menschen Zugang zu bezahlbaren und qualitativen Basisdienstleistungen im Bildungs- und Gesundheitsbereich bekommen.”

“Frauen kommt eine Schlüsselrolle im Entwicklungsprozess zu, und zwar nicht nur für Familienplanung, Kindererziehung, Gesundheit und Hauswirtschaft, sondern auch bei der wirtschaftlichen Erwerbstätigkeit. Entwicklungschancen sind daher in hohem Maße mit einer Verbesserung der Situation von Frauen und Mädchen verknüpft. Gerade in den Bereichen Gesundheit und Bildung haben Mädchen und Frauen, insbesondere aus marginalisierten Gruppen, besondere geschlechtsspezifische Bedürfnisse, welche verstärkt anerkannt und sich in ihrer spezifischen Berücksichtigung und besonderen Förderung im Gesundheits- und Bildungssektor widerspiegeln müssen.”

“Für einen Großteil der Menschen im Globalen Süden steht das Grundrecht auf Bildung weiterhin nur auf dem Papier. Hiervon sind vor allem Mädchen und Frauen betroffen, da sie häufig schlicht aufgrund ihres Geschlechts, mangelnder Familienfinanzen, weil sie früh schwanger werden oder besonders für die Haushaltsarbeit eingesetzt werden, nicht zur Schule gehen oder früh die Schule wieder abbrechen. Hinzu kommt, dass in den öffentlichen Schulsystemen meist die Klassenstärken zu groß, die Qualität des Unterrichts mangelhaft oder auch einfach nicht auf die lokalen Bedürfnisse und in die lokale Wissens- und Sprachwelt eingebettet sind und die Curricula zu wenig die spezifischen Bedürfnisse von Mädchen, jungen Frauen und Minderheiten berücksichtigen. In vielen Ländern kommt es an Schulen, besonders durch Lehrkräfte, zu Diskriminierungen, sexuellen Übergriffen und sexualisierte Gewalt. Junge Frauen, die einmal das Schulsystem verlassen haben oder schwanger wurden, haben häufig keine Chance, die versäumte Bildung sich später anzueignen. Ziel muss es sein, eine flächendeckende öffentliche und vor allem kostenfreie und qualitativ hochwertige Grundbildung bereitzustellen. Besonders in Afrika entstehen viele Lernschwächen dadurch, dass die Alphabetisierung und Grundbildung nicht in den Lokalsprachen sondern der jeweiligen Kolonialsprache erfolgt und außerdem nur wenige an die lokalen Gegebenheiten und auf das lokale Wissen aufbauende Curricula und Schulbücher zur Verfügung stehen. Hier braucht es grundlegend neue Ansätze.”

Der gesamte Antrag kann hier gelesen werden.

Evrim Sommer